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Altersheim Jenaz

öffentliche Bauten; MINERGIE GR-259

 Zweck: Neubau Alters- & Pflegeheim Jenaz 
Standort: Hauptstrasse, 7233 Jenaz 
Bauherrschaft: Flury Stiftung, c/o Peter Philipp, Regionalspital, 7220 Schiers
Architekt: Allemann Bauer Eigenmann, dipl. Architekten ETH SIA Badenerstrasse 18, 8004 Zürich www.abearchitekten.ch Baurealisation: b+p baurealisation ag, Markus Schmalz, Siewerdstrasse 26, 8050 Zürich 
Bauleitung: Architekturbüro Tettamanti, Lino Tettamanti Baukosten BKP 2: Fr. 18'500'000.- 
Bauzeit: 2007-2009

Situation
Das neue Alters- und Pflegeheim bildet als stattliches Haus den nordwestlichen Auftakt der Ortschaft Jenaz. In der Logik der gewachsenen Siedlungsstruktur steht das Gebäude an der Strasse und eröffnet sich dem Ankommenden über Eck. Mit seiner Gliederung wird der grosse Baukörper in den Kontext eingepasst. Entlang der Strasse nimmt der Neubau durch die Dreiteilung Bezug auf die Proportionen der bestehenden Bebauung und definiert mit dem eingezogenen Mittelteil einen adäquaten Eingangsbereich. Demgegenüber reagiert der Baukörper südwestlich auf die Massstäblichkeit und den Verlauf der Topographie: durch seine Längs- und Höhenausdehnung nimmt das Haus den räumlichen Dialog mit der sanft modellierten oberen Rainböschung auf, das Erdgeschoss knüpft optisch durch den sockelartig hervorspringenden Teil bewusst an das Niveau der ersten Geländeterrasse an. Vom höher gelegenen Dorfkern aus offenbart sich die fünfte Fassade des Hauses, welche als Walmdach mit geringer Neigung ausformuliert ist. Die beiden Lichtkamine als Ausstülpung der inneren Struktur transformieren das Dach zu einer skulptural durchgebildeten Landschaft, die sich wiederum dem Massstab der Dachaufsichten der bestehenden Talbebauung annähert.

Struktur
Das Gebäude ist als Massivbau konzipiert. Ökonomische Spannweiten und die in allen Obergeschossen identische Anordnung der tragenden Mauern ermöglichen eine einfache, flexible Tragstruktur: In Ortbeton erstellte Flachdecken werden von den drei Kernen, den Wandscheiben zwischen den Nasszellen und den Fassaden getragen. Die grosse Menge identischer Nasszellen erlaubt eine wirtschaftliche Vorfabrikation. Indem die Elemente vor Ort nur noch versetzt werden müssen, lässt sich die Bauzeit verkürzen und die Kosten optimieren. Im Erdgeschoss orientieren sich die vertikalen Tragelemente an den darüberliegenden Wänden und sind zur Ermöglichung von Grossräumen zum Teil in Stützen aufgelöst. Der mittlere Teil des Gebäudes ist unterkellert. Der sich durch das hoch liegende Grundwasser ergebende Auftrieb kann mit den vier Obergeschossen kompensiert werden.

Fassade / Konstruktion
Bei der Gebäudehülle handelt es sich um eine hinterlüftete Konstruktion mit fugenlos verputzten Trägerplatten. Den unteren Abschluss der Fassadenplatte bildet ein Holzprofil, welches unten bündig an die Fensterleibungen anschliesst. So ergibt sich ein umlaufendes Holzsims.  Für die Beschattung der Räume ist ein aussenliegender Sonnenschutz vorgesehen. Die dunkle Farbe des Neubaus fügt sich in das von gut gealterten Holzbauten  bestimmte Dorfbild ein.